(BBRAND DESIGN)

Branding Farben finden: Vermeide diese 5 Fehler

Ästhetisches Markenboard von Lineativ Studio mit einer dreiteiligen Farbpalette über dem Foto einer Frau in einer nebligen Naturkulisse. Die Palette zeigt die Markenfarben Mocha Mouse (Erdbraun, #bb957a), Papyrus (Cremeweiß, #f2eada) und Plum Nior (Dunkles Pflaumenlila, #220f18) inklusive Hex-Codes.

Für die eigene Marke die „richtigen“ Farben zu wählen, kann sich manchmal überfordernd anfühlen. Zwischen unzähligen Farbpaletten, dem Wunsch nach Wiedererkennung verliert man sich schnell in einem Meer aus Farben.

Hier sind die 5 typischen Fehler bei der Wahl deiner Branding-Farben, kombiniert aus praxisnahem Design-Wissen und dem Learning aus meinem eigenen Business.

Keine Lust zu lesen. Dann hör dir gern diese begleitende Podcast-Folge an.

Fehler Nr. 1: Zu viele Branding-Farben verwenden

Auch wenn die Versuchung groß ist:

Weniger ist im Branding meistens mehr.

Weniger Farben im Branding sind aus psychologischen, technischen und gestalterischen Gründen vorteilhaft, da sie die Wiedererkennung maximieren und Reizüberflutung vermeiden.

Ich empfehle drei bis vier Farben. Da wirken zu viele Farben für Außenstehende mal schnell unruhig und weniger professionell.

Du kannst z. B. eine klare Hauptfarbe (Schmuckfarbe) als dein Aushängeschild wählen und die restlichen Töne gezielt zur Unterstützung einsetzen.

Die Hauptvorteile einer reduzierten Farbpalette:

  • Höhere Wiedererkennung Das menschliche Gehirn verarbeitet einfache visuelle Reize schneller. Eine begrenzte Palette, sorgt dafür, dass die Marke sofort im Gedächtnis bleibt.
  • Funktioniert auch in Schwarz-Weiß: Starke Marken (wie Apple oder Chanel) sind so konzipiert, dass ihr Logo selbst ohne Farbe, also als reiner Umriss oder in Monochrom, sofort erkennbar ist.
  • Bessere Barrierefreiheit: Weniger Farben machen es deutlich leichter, Kontrastvorgaben für Bildschirme, Webseiten (UI/UX) und mobile Geräte einzuhalten.
  • Vermeidung von Reizüberflutung: Zu viele bunte Töne wirken chaotisch und verwässern die Kernbotschaft. Reduktion schafft Vertrauen, Seriosität und visuelle Ruhe.

Fehler Nr. 2: Du setzt alle Farben gleich intensiv und oft ein

Ein harmonisches Design braucht eine klare visuelle Hierarchie. Wer alle gewählten Farben in der Anwendung, im selben Verhältnis nutzt, erzeugt visuelles Chaos. Bewährt hat sich hier die 60-30-10-Regel:

  • 60 % entfallen auf deine dominante Hauptfarbe oder neutrale Flächen,

  • 30 % (bzw. 20 %) auf eine unterstützende Sekundärfarbe,

  • 10 % auf eine gezielte Akzentfarbe (plus neutrale Töne für Text und Hintergründe).

Fehler Nr. 3: Du hältst dich nicht an deine Farbpalette

Ein starker Wiedererkennungswert entsteht durch Kontinuität.

Wer seine Farbpalette alle paar Wochen ändert baut kein Vertrauen zur Zielgruppe auf.

Wichtig: Natürlich sollen deine Farben mit dir resonieren, gar keine Frage, du musst dich schließlich darin wiederfinden.

Aber noch viel wichtiger ist, wie die Farben bei deiner Zielgruppe ankommen. Deshalb gehört zu einem fundierten Markenaufbau immer eine saubere Zielgruppen- und Persona-Analyse, deren psychologische Farbpräferenzen (z. B. über die Limbic Map) die Basis für deine Palette bilden.

Lineativ.Brands

Du benötigst Unterstützung dabei, deine Zielgruppe glasklar zu analysieren und ein stimmiges, zukunftssicheres Farbsystem für deine Marke zu entwickeln?

Ich unterstütze dich dabei, eine strategische visuelle Identität zu erschaffen.

Fehler Nr. 4: Du vergisst, deine Farben im echten Kontrast zu testen

Du hast deine Farbpalette im Brand-Design-Prozess zusammengestellt, sie sieht auf dem Bildschirm fantastisch aus und harmoniert perfekt miteinander.

Doch dann geht die Website online, der erste Social-Media-Post wird erstellt und plötzlich stellt sich Frust ein.

Du hast die Farben isoliert betrachtet, aber nie im echten Anwendungs-Kontrast getestet.

Das führt nicht nur zu unprofessionellem Design und Außenauftritt, sondern im digitalen Raum auch zu massiven Problemen mit der Barrierefreiheit.

 

Die Lösung

Teste deine Farbpaare (Vordergrund zu Hintergrund) während der Entwurfsphase in der direkten Anwendung oder nutze Tools wie den Adobe Color Picker mit integrierten Accessibility-Checks. Fließtext benötigt mindestens ein Kontrastverhältnis von 4,5:1, UI-Elemente und Buttons mindestens 3:1.

Wenn eine Farbkombination im Test versagt, wird diese direkt angepasst und nicht erst nach dem teuren Launch.

Fehler Nr. 5: Du übernimmst die Farben, die deine Mitbewerber verwenden unreflektiert

Du übernimmst die Farben der Mitbewerber unreflektiert, weil man denkt, man müsse so aussehen wie die etablierten Großen in der Branche. Damit versinkt man im Einheitsbrei und bleibt unsichtbar.

Wenn man rein nach Lehrbuch (nach dem Motto: „Zielgruppe XY ist laut Limbic Map der Dominanz-Typ, also kriegt sie jetzt ein  kraftvolles Rot“), vergisst man den wichtigsten Faktor: die Person hinter der Marke.

Wenn gewählte Farben tief in dir drinnen Widerstand auslösen, du dich in deiner eigenen visuellen Sprache verstellt fühlst oder z.b. das Rot absolut nicht zu deinen inneren Werten und deiner Art zu arbeiten passt, spürt das Außen diese Disharmonie.

Es wirkt aufgesetzt.

Die Kunst liegt eben genau darin, diesen perfekten Einklang zu finden: Strategisch klug für die Zielgruppe, aber zu 100 % stimmig und echt für dich selbst.

Die Wahl deiner Brandfarben ist kein reines Bauchgefühl und auch keine starre Formel. Ein zukunftssicheres Farbsystem entsteht genau an der Schnittstelle aus deinen echten inneren Markenwerten, der Psychologie deiner Zielgruppe und einer sauberen technischen Umsetzung.

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